Schreiben vom 14.04.03 an das Bezirksamt Brackwede:

Queller Grundschule - "null problemo"(?)

Sehr geehrter Herr Kienitz,

in einem Zeitungsartikel vom 10. April 2003 in der NEUEN WESTFÄLISCHEN wird über Ihren Besuch in der Queller Grundschule berichtet. Die Aussage des Artikels vermittelt den Eindruck, dass ein Schlussstrich unter eine öffentliche Diskussion gezogen und ein Problem als nicht existent abgehakt werden soll. Der Vorstand der Queller Gemeinschaft möchte Ihnen dazu antworten:

Es gibt kein Gerücht, die Queller Grundschule sei zu klein. Es gibt betroffene Eltern, die sich im Herbst letzten Jahres für die Schaffung weiterer Kindergartenplätze vehement engagiert hatten. Nachdem nunmehr seitens der Verwaltung die Zusage für zwei weitere Kindergartengruppen mit insgesamt 45 Plätzen gegeben worden ist, ergab sich für diese Eltern konsequenter Weise die Frage, ob die Queller Grundschule von der Kapazität her auch künftig ausreichen werde. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat es im Arbeitskreis Focus Quelle Gespräche mit der Schulleitung und der Schulpflegschaft gegeben. Zu resümieren ist danach, dass zur Zeit die räumlichen Gegebenheiten für den voraussichtlichen Bedarf in den beiden kommenden Schuljahren ausreichen wird. Dabei wurde auf die tatsächlichen Zahlen derjenigen Kinder abgestellt, die die Queller Kindergärten zum nächsten Schuljahr verlassen werden.

Gegenüber dem Zeitungsartikel ist jedoch richtig zu stellen, dass die Queller Grundschule nicht 18, sondern nur 16 Klassenzimmer hat und zusätzlich über zwei weitere sogenannte Mehrzweckräume verfügt. Diese werden allerdings schon jetzt als Klassenzimmer benutzt, weil sie besonders groß sind. Freie Räume sind der AWO für die Randstundenbetreuung überlassen. Wenn diese Räume auch als Klassenzimmer benötigt werden, fällt die Randstundenbetreuung unter Umständen ersatzlos weg, wenn nicht Räume doppelt belegt oder andere in der Nähe der Schule gefunden werden können.

Leider geht der Zeitungsartikel nicht auf das Kernproblem ein, dass der Arbeitskreis Focus Quelle in der hohen Zahl der Kinder pro Klasse sieht; diese wird im Zeitungsbericht auf durchschnittlich 28 Kindern pro Klasse geschätzt. Selbst nach Meinung von Herrn Heidemann ist bei einer solchen Klassenstärke in manchen Räumen der Schule vernünftiger Unterricht nicht mehr möglich, sondern "nur noch Stress". Ist dieser schon jetzt so groß, dass Mehrzweckräume in Klassenzimmer umfunktioniert werden mussten? Es erscheint den Mitgliedern des Arbeitskreises Focus Quelle durchaus legitim und vernünftig, die Frage zu stellen, wie die Schulleitung Unterricht sicherstellen will, wenn die Platzempfehlung (2 m² pro Schüler) nicht vorhanden ist. Das Problem liegt also nicht in der Anzahl, sondern wohl eher in der Tatsache, dass die Klassenzimmer zu klein sind für die erwarteten großen Klassenstärken. "Null problemo" ? diese Aussage könnte voreilig sein; zumindest wirkt sie zum jetzigen Zeitpunkt oberflächlich.

Die Queller Gemeinschaft unterstützt deshalb den Arbeitskreis Focus Quelle darin, auch künftig die tatsächliche Entwicklung der Schülerzahlen an der Queller Grundschule mit den Prognosen der Verwaltung zu vergleichen. Dieses Interesse dürfte niemanden nerven, erst recht nicht die Schulleitung.

Mit freundlichen Grüßen
der Vorstand der Queller Gemeinschaft